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Jakutien (Sacha) |
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Allgemeines:
Die russische Republik Sacha (früher Jakutien) liegt im Nordosten Sibiriens. Der nördlichste Punkt des Festlandes, das Kap Norwik liegt bei etwa 74 Grad nördlicher Breite, der südlichste Punkt befindet in etwa auf dem Breitengrad von Moskau. Die Fläche Jakutiens beträgt ca 3,1 Mio. Quadratkilometer, das ist ein Siebtel des gesamten Territoriums Russland. Allein Jakutien ist somit fast 9 mal so groß wie Deutschland. Die Entfernung von Moskau nach Jakutsk beträgt ca. 8470 km.
Die Landnutzung umfaßt in Jakutien die Gebiete Ackerbau, Viehzucht (Fleisch- und Milchwirtschaft), Holzwirtschaft und Rohstoffgewinnung. Ackerbau ist im zentralen und südlichen Landesteil möglich. Es wird Weizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Gemüse im Freiland und Gurken und Tomaten in Gewächshäusern angebaut. Viehzucht wird hauptsächlich von den rentierzüchtenden Jakuten betrieben. Holz und Rohstoffe, hier erster Linie Gold und Diamanten, werden exportiert.
Jakutien verfügt nur über sehr wenige Straßen. Die Flüsse sind die Haupttransportwege des Landes, im Sommer werden die Waren per Schiff und im Winter per LKW auf dem zugefrorenen Fluß transportiert. 6 bis 7 Monate lang liegen die Schiffe im Eis fest. Für den Personenverkehr gibt es neben den Schiffen und Tragflügelbooten eine Reihe von Flugverbindungen. Eine Eisenbahnlinie, die Jakutsk mit der weiter im Süden verlaufenden BAM-Eisenbahnlinie (Baikal-Amur-Magistrale) verbindet, ist im Bau. Die bekannte Transsibirische Eisenbahn verlauft weiter im Süden und berührt das Territorium Jakutiens nicht.
Kultur und Geschichte:
Die Besiedlung Jakutiens erfolgte ca. 1000 n. Chr durch die Jakuten, einem turksprachigem Nomadenvolk, das aus der Region um den Baikalsee zuwanderte. 1632 wurde die heutige Hauptstadt Jakutsk von den Kosaken im Auftrag des Zaren als befestigte Siedlung gegründet. Im zaristischen Russland war Jakutien Verbannungsort. Eine stärkere Besiedlung erfuhr Jakutien erst gegen Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts als die Kunde von reichen Bodenschätzen nach Westen drang. Heute leben in Jakutien mehr als 1 Mio. Menschen, ca. 200.000 davon in der Hauptstadt. Die Jakuten (ca. 33%) stellen zusammen mit den Russen (ca. 50%), Ukrainer und Weißrussen den größten Bevölkerungsanteil, die Volksgruppen der Ewenen, Ewenken und Jukagieren sind nur gering vertreten.
Im 17. und 18. Jahrhundert sind die Jakuten größtenteils zum orthodoxen Christentum übergetreten, doch haben sich Reste der ursprünglichen religiösen Vorstellugen bis heute erhalten. Der Schamane hatte früher eine wichtige, berufsmäßig ausgeübte Stellung inne. Die ursprüngliche Behausung in Jakutien war im Sommer die Stangenjurte, vorwiegend aus Birkenrinde, im Winter lehmverputzte, rechteckige Häuser. Wo sie Holzhäuser (Balagan) hatten, waren diese mit Rinden bedeckt, darüber lag Erde und Gras. Heute werden fast ausschließlich von Russen übernommene Blockhäuser bewohnt.
Natur und Ökologie:
Der Norden und vor allem der Nordosten des Landes ist bis auf einige Gebirgsausläufer äußerst flach. Unzählige Tümpel und Seen nehmen 60% der Fläche ein und sind Zeugen der Permafrostregion. Der südliche und zentrale östliche Landesteil wird durch Hochgebirge eingenommen. Im Süden handelt es sich um das Stanowoi Gebirge und im zentralen östlichen Teil sind es die Gebirgsketten des Werchojanski- und Tscherski-Gebirges mit bis über 3000 Meter hohen Gipfeln.
Jakutien wird von 6 großen Flußsystemen durchzogen, der Anabar, der Olenjok, die Lena, die Jana, die Indigirka und die Kolyma. Alle diese Systeme fließen in das nördliche Eismeer (Laptewsee). Der mit Adstand größte Strom ist die Lena mit einer Länge von 4400 km. Sie ist der drittlängste Strom der ehemaligen Russlands, ihr Einzugsgebiet umfaßt ca. 2 Mio Quadratkilometer. Über die Hälfte des gesamten oberirdischen Abflusses Jakutiens fließt über sie ab. In ihrem zentralen Teil ist sie 5 bis 8 km breit und in eine Reihe von Nebenarmen verzweigt. Im Frühjahr kann sie stellenweise bis 30 km breit werden.
Ein schmales Band im Norden des Landes wird durch die Tundra eingenommen. Für kurze Zeit, oftmals nur wenige Tage, ist die Tundra ein Farbenmeer, wenn die anspruchlosen Gräser und Krauter blühen. Weiter nach Süden geht die Tundra dann in die Waldtundra und schließlich in die Taiga über. 80 Prozent des Landes werden von ihr eingenommen.
Klima / Wetter:
In Jakutien herrscht extrem kontinentales Klima (kalte Winter und heiße trockene Sommer). Der Winter dauert im Norden ca. 9 Monate, in Jakutsk etwa ein halbes Jahr. Die Temperaturen sinken bis auf unter – 50°C, im Januar liegen die mittleren monatlichen Temperaturen zwischen – 30°C und – 50°C. Ojmjakon im südlichen Werchojanski Gebirge gilt als der Kältepol der nordlichen Hemisphäre. Hier fallen die Temperaturen auf bis zu – 70°C. Im Juli liegen die mittleren monatlichen Temperaturen bei 8 bis 20°C, häufig steigt das Thermometer auch auf über 30°C. An manchen Orten beträgt die absolute Temperaturdifferenz zwischen Sommer und Winter bis zu 100°C. Niederschläge sind gering. Mit Ausnahme der gebirgigen Regionen im äußersten Süden und im zentralen westlichen Landesteil liegen sie im Jahresmittel unter 300mm, in weiten Gebieten sogar unter 200mm. Der niederschlagsreichste Monat ist der August.